Auf in den Weinfrühling 2022

Was sich in den letzten Wochen noch verhalten angekündigt hat ist seit dieser Woche auch endlich spürbar – der Frühling.
Pünktlich zum kalendarischen Beginn kehrt die Lebendigkeit in der Natur zurück, die Tage werden deutlich länger und wärmer, die Sträucher wieder grüner und selbst in unseren Rebgärten blüht neben den wunderbaren Gänseblümchen schon der wilde Krokus.
 
Auch wir sind wieder zurück! Mit einer neuen Preisliste und einer unglaublich starken Kollektion. 2021 war ein unvergessliches Weinjahr mit den bereits beschriebenen Herausforderungen im Anbau. Gleichzeitig war es aber auch eine Bestätigung unserer Ausrichtung zum konsequent naturnahen, nachhaltigen Anbau ohne den wir niemals Weine in einer derartigen Qualität hätten erzeugen können.
Obwohl es im ersten Jahresviertel recht ruhig um uns war sind wir in den letzten Wochen sehr fleißig gewesen und haben uns intensiv um die Weine des neuen Jahrgangs gekümmert, haben probiert, filtriert, probiert, verschnitten, probiert und letztlich schon viele Gewächse abfüllen können.
Das Sortiment an sich ist straffer geworden durch den natürlichen Wandel in der Nachfrage, dafür aber fokussierter auf das was wir können und lieben. Die charmanten Burgunder stehen bei den Weißen im Vordergrund, gefolgt von facettenreichen Rieslingen und den fein aromatischen Gewächsen. Bei den Rotweinen setzten sich seit Jahren die kräftigeren Varianten durch, die MINERALSTAUB Cuvée gilt dort als absoluter Favorit.
Ebenso haben wir das Preisgefüge an die derzeitige Situation angepasst und verzeichnen seit zwei Jahren erstmalig wieder eine Erhöhung.
 
In den kommenden Wochen werden Sie wieder häufiger von uns hören, lesen und durch Einladungen zu den nächsten Online-Tastings, den Städte-Verkostungen bei Ihnen und den geplanten Events auf unserem Weingut informiert werden.
 
Wir wünschen Ihnen einen guten Start ins Frühjahr.
In Liebe und Dankbarkeit


Der Jahrgang 2021

Das Weinjahr 2021 - Nervenkitzel pur!

 

Das Jahr 2021 wird uns Winzern als ein Jahr der Extreme in Erinnerung bleiben:
Nach einem sehr milden Winter wurde der Vegetationsbeginn durch einen kühlen und sehr trockenen März und April noch einmal gebremst. Nach dem Austrieb der Reben Anfang Mai kam es vieler Orts zu einem Kaltlufteinbruch und wir hatten großes Glück, dass unsere Reben im Gegensatz zu anderen Regionen keine Spätfrostschäden davon getragen haben. 

Im Mai lagen die Temperatuten noch 20% unter dem durchschnittlichen Mittel der Jahre, erreichten im Juni aber dann wieder sehr warme Perioden und trieben den Vegetations-Rückstand von fast 3 Wochen ordentlich voran. Mit den Temperaturen nahmen aber auch die Niederschläge extrem zu und erreichten allein im Juni die dreifache Menge gegenüber dem langjährigen Durchschnitt und auch in den ersten Wochen des Juli war keine Besserung in Sicht.

Gerade diese Wochen aber sind die empfindlichsten für die Rebe im ganzen Jahr. Die Blüte hatte eingesetzt, die Pflanze benötigt viel Kraft und hat ein geschwächtes Immunsystem und  der junge Fruchtansatz ist durch das abgefallene Blütekäppchen oft ungeschützt. Dieses feuchte und warme Wetter begünstigte die Ausbreitung der „falschen Mehltau“ Pilze sehr und sorgte trotz enger Pflanzenschutz-Maßnahmen mit Schwefel, Backpulver und einigen Tee-Spritzungen für sichtbare Schäden an Blätter und Gescheinen. Den ganzen Juli hindurch konnte man dem „Peronspora“-Pilz richtig beim Wachsen und Ausbreiten zusehen und wir hatten den Eindruck diesen massiven Befall nicht eindämmen zu können.

Die Pflanzen-Behandlungen halfen nur bedingt und wir erweiterten die unterstützenden Maßnahmen, entfernten die Blätter in der Traubenzone um für eine schnellere Abtrocknung zu sorgen, ließen die Begrünung aufwachsen um das viele Wasser nicht in die Trauben zu leiten. 

Zu diesem Zeitpunkt Anfang August rechneten wir mit einem Ernteausfall von mindestens 30%, auch weil Begutachtungen von Weinbergen in Gewässernähe bei befreundeten konventionell wirtschaftenden Winzern einen Totalausfall aufwiesen.

Doch in der zweiten Augusthälfte änderte sich das Wetter schlagartig zum Guten. Der Sommer hielt Einzug mit warmen Tagen, die Regenfälle blieben aus und vielen mit -16% gegenüber dem langjährigen Mittel deutlich geringer aus. Eine Wende die bitter nötig war! 

Wir entfernten die geschädigten Trauben, sorgten so für ein Ausdehnen der verbleibenden Ernte und für eine Aufnahme des im Boden gespeicherten Wassers in die Früchte.

Die warmen Tage und die kühlen Nächte Anfang September begünstigen die Traubenreife sehr und sorgten ab Mitte des Monats auch endlich für die erhoffen Aromatik in den Beeren. 

Gegenüber den Vorjahren startete die Lese verhältnismäßig spät am 22. eines sehr trockenen Septembers und wir wurden beschenkt mit einer nicht vorstellbaren Ernte! Schon in den ersten Parzellen waren die Erntemengen höher als vermutet, die Moste zu Beginn noch sehr leicht und säurebetont aber ideal versorgt mit Nährstoffen und Mineralien. 

Je weiter die Lese voranschritt und wir in einen goldenen Oktober hinein kamen wurden die Trauben immer aromatischer, gehaltvoller und dichter. Wir konnten diese Glück gar nicht richtig fassen und die Freude über dieses Geschenk der Natur wuchs von Erntetag zu Erntetag. Sicher gab es auch Weinberge deren Ertrag nicht sehr hoch war weil der Pilzbefall doch zu stark ausgefallen ist oder wir einiges an Trauben im Vorfeld entfernt hatten um die Qualität zu erhalten. Aber unterm Strich waren und sind wir mit dem Ergebnis hoch zufrieden und unglaublich dankbar. Der Keller liegt voll, die Qualität ist höher als erwartet und die Weine auf einem guten Weg der Entwicklung.

Wie es unserer Vorstellung eines reinen Weines entspricht haben wir wenig in die Struktur der Weine eingegriffen, haben weder Säure im Most entfernt noch Stoffe in der Weinbereitung verwendet um Ecken und Kanten zu glätten. Jetzt, wo die meisten Fässer vergoren sind, die Jungweine probiert werden können und sogar die ersten Sorten schon in Flaschen gefüllt werden konnten zeigt sich, dass dies aufgrund unserer Anbaumethoden auch gar nicht nötig gewesen wäre. Die Weine präsentieren sich harmonisch in der Säure, ausgeglichen in ihrer Struktur, fruchtig, klar, rein und wir begleiten mit Spannung die Entwicklung dieses turbulenten Jahrgangss

Wieder einmal wird uns bewiesen welch ein Segen der bio-dynamische Anbau ist, welche Wichtigkeit im Beobachten und Verstehen der Natur liegt, im respektvollen und achtsamen Umgang ihr gegenüber. Je natürlicher wir uns im Anbau verhalten umso weniger Eingriff ist auch bei der späteren Weinbereitung im Keller erforderlich, die Weine werden einfach!


Online Weinproben

Hier ist Aufzeichnung zum ersten Online-Tasting 2022 "Burgunder-Wunder". Viel Spaß!


 

Wir wünschen Ihnen viel Spaß bei unseren Online-Weinproben!

 Tipp: Damit sich die Weine in ihrer vollen Pracht entfalten können, sollten Sie das Probepaket nach Ankunft mindestens einen Tag in Ruhe stehen lassen. Kühlen Sie die Weine vor der Verkostung in ihrem Kühlschrank. Wir empfehlen eine ideale Trinktemperatur von 10 – 12 Grad. 


boden gutmachen

In dieser Woche bringen wir Kompost in unseren Weinbergen aus.

Wie und warum erfahrt Ihr im Clip.

 

In dieser Woche arbeiten wir den Kompost in den Boden ein.

Wie und warum erfahrt Ihr im Clip.



Der Jahrgang 2020

Die ersten Weine des Jahrgangs 2020 sind bereits abgefüllt – wir sind begeistert!

 

Nach außen betrachtet war es für mich, wie auch für die Meisten, bestimmt eines der turbulentesten Jahre und noch einmal mehr durfte ich mir bewusst werden welch eine großartige Tätigkeit mir als Winzer geschenkt wurde. Der Umgang mit der Natur ist in einer Zeit in der sich vieles neu ordnet ein großes Geschenk, da man sich am Rhythmus des Jahreskreislaufs orientiert und sich extrem gut erden kann. Der Weingarten treibt, wächst, blüht, trägt Früchte und wird geerntet; er ist es der auch meinen Takt beeinflusst. 

 

 

Über das was uns die Reben im Jahr 2020 geschenkt haben bin ich happy!

Wir starteten früh, in der ersten Septemberwoche, mit der Lese der Trauben für die Sektgrundweine und konnten ab dann nahtlos in die Hauptlese übergehen. Bedingt durch ein warmes Frühjahr und einen heißen, trockenen Sommer reiften die Früchte schnell und erreichten Ende August auch schon hohe Zuckerwerte. Zudem reduzierte sich auch die Säure in den Trauben so zügig, dass wir auf nichts mehr warten mussten.

Das traumhafte Wetter blieb uns während der gesamten Erntezeit von 25 Tagen erhalten und wir konnten in all unseren Lagen kerngesunde, reife, aromatische Trauben ernten. Die beste Grundlage für einen Jahrgang mit hohem Potential.

 

Sehr zufrieden begleiteten wir die gärenden Moste und gaben Ihnen die nötige Zeit sich zu eleganten Weinen zu entwickeln.

Durch das ständige Probieren der Jungweine stellte sich schon früh heraus, dass der Jahrgang 2020 ein ähnliches Potential wie die beiden Spitzenjahrgänge 2018 und 2019 erreichen wird und eigentlich die perfekte Mitte bietet.

Perfekte Reife und aromatische Noten auf der einen Seite, Mineralität und erfrischende Eleganz auf der anderen.

Seit Februar sind die ersten Weißweine nun in Flaschen verfügbar und wir begleiten voller Spannung derer Entwicklung.